Stricken unterwegs - Mini-Auszeiten im Alltag

Stricken unterwegs - Mini-Auszeiten im Alltag

Mein Alltag ist oft hektisch und schnell. Termine reihen sich aneinander, dauernd klingelt das Telefon, oft soll vieles parallel fertig werden und manchmal fühlt sich alles ein wenig zu schnell an. Deshalb habe ich mir etwas angewöhnt, das mir unglaublich guttut:

Ich habe fast immer mein Strickzeug dabei.

Nicht, weil ich jede freie Minute nutzen möchte, sondern weil mir das Stricken unterwegs kleine bewusste Auszeiten schenkt – Inseln im Alltag, auf die ich mich freue und von denen ich lange zehre. Ein bisschen Me-Time nur für mich.

Warum ich mein Strickzeug immer dabeihabe

In meiner Tasche habe ich fast immer ein kleines Projekt. Etwas, das nicht viel Platz braucht und mir jederzeit erlaubt, für einen Moment auszusteigen. Wie oft habe ich bei langen Staus im Auto gesessen und mich geärgert, mein Strickzeug nicht mitgenommen zu haben - das passiert mir jetzt nur noch selten!

Ob im Café, auf einer Bank im Park oder auch ganz unkompliziert im Auto, während ich auf den nächsten Termin warte – ein paar Maschen gehen eigentlich immer.Sobald ich die Nadeln in die Hand nehme, verändert sich etwas.
Der Stress tritt in den Hintergrund, der Atem wird ruhiger und mein Kopf darf langsamer werden.

Stricken unterwegs bedeutet für mich nicht Produktivität.
Es bedeutet bei mir ankommen.

Kleine Strickpausen ganz bewusst genießen

Gerade an stressigen Tagen gönne ich mir diese Pausen ganz bewusst.

Vielleicht ist es eine halbe Stunde entspanntes Stricken im Café. Ein schöner Platz am Fenster, eine Tasse Kaffee, das Strickzeug auf dem Tisch. Oder ich mache mir mittags einen Kaffee, setze mich auf den Balkon und mache eine halbe Stunde Strickpause.

Manchmal höre ich dabei ein Hörbuch oder meine Lieblingsmusik. Manchmal genieße ich einfach die Geräusche um mich herum – das Klappern von Geschirr, leise Gespräche, das Kommen und Gehen der Menschen.

Während meine Hände Masche für Masche strickt, darf ich den Druck loslassen.

 

Lieblingsplätze zum Stricken

Wenn ich unterwegs bin, gehört es für mich zu den schönsten Dingen, mir ganz bewusst einen schönen Ort zum Stricken zu suchen.

Einfach nur Masche um Masche zu verarbeiten und dabei die Umgebung auf mich wirken zu lassen.

Das kann ein sehr ruhiger Ort sein:
Ein Park, ein Schlossgarten, eine Bank im Wald. Plätze, an denen man den Wind in den Bäumen hört und die Gedanken ganz von selbst langsamer werden.

Oder es ist das genaue Gegenteil – ein Straßencafé in belebter Umgebung. Von meinem Platz aus beobachte ich gern die vorbeiziehenden Passanten und lasse mich inspirieren.

In europäischen Metropolen wie Paris, Mailand oder London oder in den skandinavischen Hauptstädten geht das natürlich besonders gut. Hier sieht man wunderbar die länderspezifischen Modetrends, Farbwelten und Silhouetten.

Aber auch in Deutschland mache ich das sehr gern: Menschen beobachten, Materialien entdecken, Proportionen wahrnehmen – und all das über mein Strickzeug hinweg.

Früher haben sich Agenten hinter Zeitungen versteckt.
Ein Strickzeug auf dem Schoß ist auch eine ziemlich gute Tarnung. 

Stricken kann man überall

Cafés sind natürlich ideal – aber auch andere Orte haben großes Potential.

Letztes Jahr habe ich zum Beispiel entdeckt, dass die Stadtbibliothek hier bei mir ganz herrliche Räume der Ruhe bietet. Große Sessel mit gemütlichen Lampen stehen auf den Etagen verteilt. Hinter den großen Fenstern blickt man auf einen Fluss, und überall herrscht eine angenehme, ruhige Atmosphäre.

Dazu kommt eine riesige Auswahl an Büchern. Perfekt, um sich die passende Lektüre zu suchen und beim Stricken ein paar Seiten zu lesen.

Ein Ort, den ich vorher nie mit Handarbeit verbunden hätte – und der inzwischen zu meinen liebsten Strickplätzen gehört.

Inspiration findet man überall

Ich liebe es, wie unterschiedlich diese Strickmomente sein können.

In der Stadt lasse ich mich von Mode, Farben und Bewegung inspirieren.
In der Natur genieße ich Ruhe, Licht und Atmosphäre.

Manchmal braucht es neue Eindrücke.
Manchmal einfach nur Stille.

Beides finde ich beim Stricken.

Und immer gibt es mir Zeit nur für mich.

Stricken als bewusste Selbstfürsorge

Für mich ist Stricken längst mehr als ein Hobby. Es ist ein Ritual – ein Anker im Alltag.

Diese kleinen Auszeiten erinnern mich daran, dass Entspannung nicht erst am Abend beginnen muss oder auf den nächsten Urlaub warten darf. Ruhe darf mitten im Tag entstehen.

In unserer stark digitalisierten Welt verbringen wir so viel Zeit vor Bildschirmen, es herrscht eine ständige Erreichbarkeit und fortwährender Wechsel schneller Bilder. Stricken setzt dem etwas Entschleunigendes entgegen. Statt Scrollen entsteht Rhythmus, statt Reizüberflutung Konzentration. 

Mir tut es einfach gut, zwischendurch mit den Händen zu arbeiten und die Textur des Garns, der Nadeln und der Maschen zu spüren.

Warum ich Stricken unterwegs so sehr empfehle

Wenn dein Alltag sich manchmal zu voll anfühlt für Kreativität, dann nimm dein Strickzeug einfach mit.

Warte nicht auf den perfekten Moment.
Er entsteht oft genau dann, wenn man ihn sich erlaubt.

Mir hilft es sehr, diese Inseln bewusst in meinen Tag einzubauen. Ich freue mich darauf – manchmal schon morgens. Und selbst an turbulenten Tagen weiß ich: Diese Zeit gehört mir.

Davon zehre ich.
Und genau das wünsche ich dir auch.


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